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Jazz am Morgen

›Jazz am Morgen‹ – ein attraktiver musikalischer ›Aufwecker‹

Die Veranstaltung des Heimatvereins Großhansdorf am Sonntag, 28. April, stand in der Tradition des Jazz-Frühschoppens. Warum also die Umbenennung? Der 2. Vorsitzende des Heimatvereins Michael Haarstrick wollte das seinen 180 Gästen auch gleich in seiner Begrüßung erklären. ›Frühschoppen‹ meint nun einmal ein geselliges, traditionelles Beisammensein und gemeinsames Essen und Trinken am Vormittag, meist begleitet von einer Musikgruppe. »Das hat schon einen anderen Akzent. Wir haben uns gedacht, dass wir die Priorität auf die Jazzmusik legen und diesen lebendigen Jazz aus dem letzten Jahr wieder durch die Limehouse Jazzband erneut spüren wollen.«

Jazz 2Eine Geburtstagsgesellschaft mit ca. 50 Gästen begrüßte Michael Haarstrick besonders herzlich. Dem Jubilar machten die einladenden Familienmitglieder auf diese Weise zwei Stunden New Orleans-, Swing- und Dixieland-Jazz vom Feinsten zum Geschenk. Die Geburtstagsgesellschaft wünschte sich besonders ›Petite Fleur‹ und den ›Wild Cat Blues‹ für das Geburtstagskind. Diese Stücke rückten die Musiker dann auch in eine besonders prominente Stelle ihrer Darbietung.

Jazz 3Aber auch die anderen Gäste ließen sich von dem temperamentvollen Auftritt der Band mitreißen. Die ›Limehouse Jazzband‹ spielt gemäß ihrer langjährigen Geschichte traditionellen Jazz. 1976 gegen den Trend der aufkommenden U-Musik gegründet, nannte sich die Band ›Swinging Oldies‹. In den ersten fünf Jahren schüttelte sich die Gruppe personell ziemlich durch. Damit änderte sich auch ihre musikalische Identität. In einem neuen Bandnamen fand das neue Selbstverständnis seinen Ausdruck: Seit 1982 also gibt es die ›Lime­house Jazzband‹. Diese neue Identität beschreiben die Jazzer so:

»Für uns ist Jazz eine der vitalsten Ausdrucksmöglichkeiten von Gefühlen – von Lebensfreude, Trauer, Melancholie, Protest, Verliebtheit, Zuversicht … Damit identifizieren wir uns. Auf dieser Ebene kommunizieren wir mit unserem Publikum. Und so werden wir von unserem Publikum erlebt: Nicht als puristisch ambitionierte und blutarme Perfektionisten, sondern als lebendige ›Jazzer‹ mit viel Lust und Laune an New Orleans, Swing, Mainstream bis zum Dixieland der 60er-Jahre. Wir spielen Titel von King Oliver und Louis Armstrong, von Benny Goodman und Glenn Miller, von W.C. Handy über Chris Barber bis Herbie Hancock. Besondere Erwähnung verdient unser Sänger und Entertainer, Malcolm Mowlam. Mit Stimme (it’s british), Humor (it’s very british!) und Charme (it’s ›oh, yeah!‹) findet er immer wieder den ›direkten Draht‹ zum Publikum.«

In der Tat: Er sang und moderierte zugleich. Mit Witz und Charme riss er das Publikum mit und setzt die anderen Mitglieder immer wieder in Szene. Dabei empfahl er dem Saal besonders den Posaunisten Jan Hauke Strebel, der das Bandmitglied Henning Witt bravourös vertrat. Hauke, wie ihn Malcolm Mowlam nannte, war der jüngste in der Riege der älteren Herren. Ihm war kaum Zeit geblieben, sich auf diesen Aufritt vorzubereiten. Umso mehr begeisterte das Publikum, wie geschmeidig er sich in das Spiel der Gruppe integrieren konnte. Die anderen Könner waren Hubert Stollenwerk (Trompete), Hans Heinig (E-Bass), Sönke Leu (Banjo), Patrick Grochowy (Schlagzeug) und Norbert Gottwald (Klarinette und Saxophon). Die Band hatte in ihrer Selbstdarstellung nicht übertrieben: Das begeisterte Publikum entließ sie nicht ohne mehrere Zugaben.

Peter Tischer

 

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