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Radtouren

Radwandern mit den Heißen Reifen

Unsere Juli-Radtour startet wie immer am Sonntag, 14. Juli, um 10 Uhr am U-Kiekut, diesmal unter dem Motto ›alte Radtour vom Juni 1988‹. Die ca. 60 km lange Strecke geht über Ammersbek, Bargteheide, Grabau, Radwanderweg Bad Oldesloe und zurück nach Großhansdorf. Kaffeetrinken nach Absprache, Mittagsverpflegung aus den Radtaschen.

Unsere  August-Radtour (Terminänderung statt 01.09.) starten wir am Sonntag, 11. August, um 10 Uhr am U-Kiekut. Wir radeln etwa 55 km über Siek, Papendorf, Rausdorf, Grande, Kuddewörde, Damker, Mühlenrade, Köthel, Linau, Grönwohld, Lütjensee und trinken Kaffee im Landhaus Schäfer. Mittagsverpflegung aus den Radtaschen.

Elke Meyer, Telefon 65980 oder 0170-28 644 00

Die Nachmittags-Touren finden von April bis Oktober statt. Wer Spaß in der Gruppe hat und nebenbei unsere schöne Umgebung kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen mitzufahren! Jeden vierten Mittwoch im Monat treffen wir uns um 14:00 Uhr am U-Bahnhof Kiekut. Die Länge der Touren ist ca. 25-30 km, unterwegs kehren wir auch mal ein. Die nächsten Touren sind am 24. Juli und 28. August 2019.

Rudolf Lück, Telefon 63579

 

Bericht: Mit den ›Heißen Reifen‹ auf dem Mönchsweg

Vor 6 Jahren schon wollten wir zu dritt diesen damals ganz neu eingerichteten Radfernweg erkunden, aber … Dann kam die Idee: Bei etwas kürzeren Tagesetappen müsste der Mönchsweg auch für die ›Heißen Reifen‹ geeignet sein. Elke plante kurz und hatte auch gleich die Quartiere festgelegt.

14 Radler wollten mitmachen, und los ging‘s am Sonntag, 2. Juni, per Bahn. Aber da Glückstadt per Bahn nur über das Reiseziel ›Kiel‹ erreichbar ist und deshalb viel umgestiegen werden muss mit ungünstigen Umsteigezeiten, und da das Wetter zu schön war – richtig sommerlich warm und ohne Wind – stiegen wir kurz entschlossen schon in Elmshorn auf die Räder, statt auf den Anschlusszug in einer Stunde zu warten. Eine clevere Entscheidung von Elke. Eine verträumte Marschlandschaft in Frühlingsstimmung erwartete uns auf einsamen, radelbaren Wegen, ca. 20 km bis Glückstadt.

Mönchsweg-1-P1040242Nach kurzer Einstimmung auf diese verträumte dänisch-deutsche Renaissance-Stadt – geplant, gegründet, befestigt und bevorzugt durch Christian IV (kurz C4) von Dänemark, um dem damals noch kleinen Hamburg den Rang in Handel, Verkehr und strategischer Macht abzunehmen – ging‘s auf zu den versprochenen Matjes-Brötchen am Hafen in der Sonne, mit Blick auf die malerische, unter Denkmalschutz stehende Häuserzeile (Kontorhäuser, Stadt-Palais, Speicher …).

Mönchsweg-2-P1040297Hier in Glückstadt beginnt der eigentliche Mönchsweg – kein Pilgerweg per Rad in verkehrter Richtung, sondern ein Radfernweg, der mit den zahlreichen Kirchen und Klöstern am Weg den Beginn und den Verlauf der Christianisierung des Nordens nachzeichnen will, deren Impulse von dem damals bereits bestehenden Bistum Bremen (Ansgar) ausgingen, im Jahr 2007 eigens für Radler eröffnet. Abseits vom Verkehr ging es auf oder hinter dem Deich entlang, zuerst am hohen Seedeich der Elbe, danach am niedrigeren Sicherungsdeich der Stör.

Mönchsweg-1-P1040264Mönchsweg-2-P1040307Erster Halt in Krempe, eine malerische Kleinstadt mit historischem Rathaus im dänischen Backstein-Renaissance-Stil, ehemals sogar Hafenstadt mit regem Handelsverkehr auf der kanalisierten Kremper Au, und mit der besonders sehenswerten C. F. Hansen-Kirche St. Peter, die uns ein alter Ingenieur aus dem uralten Fachwerkhäuschen von gegenüber öffnete und erläuterte. Nach dem Übersetzen über die Stör bei Beidenfleth: St. Nikolai aus dem 12. Jahrhundert, ein holländischer Bau, dem Schutzpatron der Schiffer geweiht.

Mönchsweg-3-P1040317Bei der alten Schleuse Kasenort wollten doch tatsächlich drei alte Radler unbedingt drei Kilometer an der Wilsterau nach Wilster radeln, das noch dazu mehr als drei Meter unter dem Meeresspiegel liegt! Sie mussten den Rest des Weges nach Itzehoe im Eiltempo hinter den anderen herradeln! Aber Wilster ist eben mehr als nur Käsestandort. Wir erlebten es im Glanz der warmen Nachmittagssonne, mit Umzug der Schützengilde, mit Umzugskapelle, mit wichtigen Personen in barocken Kostümen in einer Pracht-Kutsche. Alle verschwanden mit Musik in dem geschmückten Festsaal des uralten Rathauses (dän. Renaissance) am von Zuschauern gefüllten Marktplatz. Die große Kirche St. Bartholomäus vom Hamburger Architekten Sonnin, der auch den Hamburger Michel baute, war leider nicht geöffnet.

Am nächsten Morgen Besichtigung von St. Laurentii (1160) in Itzehoe. Eine freundliche Frau mit eigenem Kirchenschlüssel trafen wir zufällig in der Nähe, so dass wir nicht bis zur offiziellen Besuchszeit am Nachmittag warten mussten. Wegen des berühmten Baxmann-Altars ist die Kirche unbedingt sehenswert!

Wir folgen weiter unserem Mönchsweg entlang der Stör, bei gutem Radelwetter. Eine der ältesten Kirchen ist die Feldsteinkirche von Stellau (um 1230) bei Wrist. Hier werden die Missionare des Nordens verehrt, Ansgar und Vicelin. Viele Radler finden aber den Teufelsstein interessanter, der wegen eines Defekts am Strumpfband von des Teufels Großmutter die Kirche verfehlte.

Die kleinste Kirche am Mönchsweg ist die Waldkapelle bei Mönkloh, leider ohne jeden Kommentar in den Wanderkarten und Wegbeschreibungen! In Bad Bram­stedt war unser nächstes Quartier, direkt gegenüber dem Bramstedter Roland am alten Torhaus von 1647.

Über die Bramau, die sich verträumt samt parkähnlichem Grüngürtel durch das Städtchen zieht, ging es am nächsten Tag weiter mit kurzem Stopp in Großenaspe bei der Katharinenkirche. Sie ist ein achteckiger Bau im spätbarocken Stil, nach der russischen Zarin Katharina II benannt, mit beeindruckendem hohen Kanzelaltar.

Und weiter ging‘s: Das Gelände war nicht mehr tellereben – für Nachzügler anstrengender, den Anschluss zu halten. Die Nähe der Autofahrer-Stadt Bad Segeberg machte sich bemerkbar, die Radwege desolat und der Autoverkehr unerträglich. Segeberg am besten weiträumig umradeln und vergessen! Unser Quartier im Klinik-Bereich ist zwar schön und ruhig, aber der schöne Segeberger See wird hinter dem gewaltigen Riegel von Hochhäusern vom Klinikum versteckt, schade! Zur Beruhigung der Nerven: nach der Qual eine kurze Rallye ohne Gepäck am Segeberger See entlang zu einem sehenswerten Hofgarten, schön angelegt mit Teichen und hübschen Sitzecken und mit sagenhaftem Obstkuchen, z.B. Helenen-Torte!

Am letzten Mönchsweg-Reisetag ging es mit Mönchsgrasmücken-Gesangbegleitung und Buchfinkengeträller durch Wald und Aue, spürbar auf- und abwärts. Noch ein Kirchenbesuch bei St. Jakobi in Bornhöved (Vicelinkirche von 1149), ansonsten Schotter- und Sandwege – und ganz plötzlich vor uns der Große Plöner See mit dem weißen Schloss in der Ferne und unser Ziel ganz nah: Bosau, ein hübsches Dorf mit bodenständigen Häusern und einladenden Gasthäusern und Cafés. Die sehr alte Kirche, St. Peter, gegründet 1151 von Vicelin, ist der absolute Höhepunkt aller bisher kennengelernten Kirchen! Ein Feldsteinbau auf einem Hügel auf einer kleinen Halbinsel, von hohen Linden umgeben, leuchtend weiß durch die Verwendung von speziellem Gipsmörtel vom Segeberger Kalkberg als Putz, und daher weit über den See sichtbar. Feststimmung unter uns Radlern: Abschlussessen im Biergarten des alten Gasthofs ›Zum Frohsinn‹, mehr ging nicht!

Mönchsweg-4b-2019-06-05 20.42.30 HDRMönchsweg-5-P1040352Von hier aus ging es am letzten Tag direkt nach Hause, wegen des angesagten Gewitters mit Starkregen zur DB in Reinfeld unter kundiger Führung von Elke, natürlich mit viel Auf und Ab, und auch nicht mehr ganz trocken. Aber wir waren voll schöner Erlebnisse und tief beeindruckt von den vielen kleinen alten Schönheiten in unserer Heimat und deren geheimnisvoller Geschichte.

Ein Dank an Elke, die stets um unser Wohl und unsere Sicherheit besorgt war und alles bestens geplant und organisiert hatte, sowie an die vielen anderen, die für die gute Stimmung der Radler-Mannschaft sorgten!

Günther Ludwig

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