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Radtouren

Unsere Radtouren starten sonntags um 10 Uhr am U-Bahn Kiekut. Die nächste Tour ist im April 2019.

 

Die Nachmittags-Touren finden von April bis Oktober statt. Wer Spaß in der Gruppe hat und nebenbei unsere schöne Umgebung kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen mitzufahren! Jeden vierten Mittwoch im Monat treffen wir uns um 14:00 Uhr am U-Bahnhof Kiekut. Die Länge der Touren ist ca. 25-30 km, unterwegs kehren wir auch mal ein. Die nächste Tour ist wieder im April 2019.

Rudolf Lück, Telefon 63579

 

Bericht: Auf stillgelegten Bahntrassen über die Eifel an den Rhein

Die öffentliche Beschimpfung der Deutschen Bahn (›DB-Bashing‹) wird langsam langweilig. Das Massentransportunternehmen hat Probleme, wer wüsste das nicht. Als wir am Hamburger Hauptbahnhof unsere Räder an die reservierten Plätze im Intercity hängen wollten, waren dafür nicht genug vorhanden. Der Wagen war ausgetauscht worden, warum auch immer. Nun hat aber die DB Personal, das sich durch einen wunderbaren Pragmatismus auszeichnet und sich für die Schwierigkeiten, die andere produzieren, auch noch entschuldigt. Niemand blieb zurück. Irgendwie schafften es die jungen Frauen der DB, das Problem zu lösen.

02-Eifeltour Aachener Dom mit Sommersandkiste für daheimgebliebene KinderIn Aachen pünktlich(!) angekommen, genoss unsere 15-köpfige Radreise-Gesellschaft einen schönen Sommernachmittag in der alten Kaiserstadt bei Aachner Sommerprinten und leckerem Eis. Ein Abendbummel mit einem gutgelaunten Geschichtsstudent der Aachener Uni als Stadtführer gefiel uns ausgezeichnet. Wir lernten den Unterschied zwischen Sommerprinten und ihren härteren Schwestern kennen, die man zur Weihnachtszeit futtert. Ein Brunnen zeigt ein bemerkenswertes Ungeheuer, das der Sage nach spät heimkehrende Zecher des Nachts überfällt und ausraubt – womit man daheim den leergesoffenen Geldbeutel rechtfertigen konnte.

04a-Eifeltour Stadtfüher und Säuferschreck09-Eifeltour EupenDer Dom mit Kaiser Karls oktogonaler Pfalzkapelle ist ein Muss – frisch renoviert erstrahlt sie durch das Kuppelmosaik, das ihr im Zeitgeschmack des 19. Jahrhunderts verpasst wurde. All die Aus- und Einbauten der vielen Jahrhunderte haben allerdings der großartigen Schlichtheit der karolingischen Kapelle nichts antun können, möge man nebenher empfinden, was man wolle.

05-Eifeltour Beginn des Vennbahnradweges

Das im Krieg schwer zerstörte Aachen rang sich vielfach zur Restaurierung seiner Altstadt durch, überlebte die Kahlschlag-Sanierung, die in anderen Städten viel ihrer historischen Substanz vernichtete.

Am zweiten Tag starteten wir auf dem Vennbahn-Radweg unsere Fahrt aufs Hohe Venn. Am ehemaligen Abzweigbahnhof ›Rothe Erde‹ ging es gleich in die ungewohnt lange zweiprozentige Steigung der alten Bahntrasse.

07-Eifeltour Vennbahnverbindungsradweg Viadukt Bütgenbach

In langgezogenen Kurven, über phantastische Viadukte schraubt sich der Bahnradweg stetig in die Höhe. Von dieser Höhe stiegen wir in Kornelimünster zu Fuß ab, um dieses malerische Städtchen zu bewundern. Graue Bruchsteinmauern und Schieferdächer können in der Sonne glänzen oder weisen den Betrachter bei Nebel und Regen ab. Nach diesem Exkurs fing es an zu nieseln, dann zu regnen, sanft, aber beständig. Als wir ins belgische Eupen abbogen, war das bereits wieder vergessen. Das malerische Städtchen im deutschsprachigen Ostkanton unseres Nachbarlandes bescherte uns einen warmen Sommerabend.

08-EifeltourVennbahnradweg Kornelimünster

Am dritten Tag ging es zurück zur Vennbahntrasse. Die hügelige Heckenlandschaft mit einigen hübschen Anstiegen war etwas fürs Auge. Manch einer war allerdings dabei sehr mit sich und seinen Kräften beschäftigt und hatte wenig Sinn für die schöne Landschaft. Es wurde sehr warm. An den ehemaligen Bahnhöfen und Haltepunkten der Vennbahn versorgen urige ›Stützpunkte‹ die Radler mit Getränken, Snacks und kleinen Gerichten.

10-Eifeltour belgisches Stellwerk am Vennbahnradweg

11-Eifeltour Hochmoor Venn

12-Eifeltour Gruppe im Hohen Venn Hochmoor17-Eifeltour Wasserfall DreimühlenAm Bahnhof Konzen fuhren wir ab und radelten eine große Runde über die Hochmoorfläche des Hohen Venns. Zu anderen Zeiten hätten wir uns bei einer Wanderung ins Moor neben den Bretterwegen nasse Füße geholt. Nach der lange anhaltenden Dürre war das Venn wie ausgetrocknet. Die Heide blühte, vereinzelt zeigte der deutsche Enzian seine blauen Kelche. Weiter auf unserem Weg kreuzten wir die belgische Grenze und kamen ins deutsche Mützenich, einen Stadtteil von Monschau, um dort zu übernachten.

13-Eifeltour Monschau downtown

14-Eifeltour Monschau ÜberblickAm nächsten Morgen ließen wir die Räder stehen und fuhren per Großraumtaxe in zwei Fuhren ins tief unter uns liegende Monschau. Die malerisch an der Rur gelegene Stadt gehörte an diesem frühen Morgen praktisch uns allein. Erst ab Elf liefen Scharen von Touristen durch die engen Gassen. Wir konnten uns Zeit lassen, denn die Etappe nach Malmedy war nicht allzu lang.

18-Eifeltour Ahrbrücke (2)In Waimes zweigt ein Bahnradweg von der Vennbahntrasse ab und führt ins acht Kilometer entfernte Malmedy. Mit der Zweisprachigkeit ist es dort nicht weit her. Die meisten Menschen, die wir ansprachen, sprechen französisch. Unser frankophiler Mitfahrer Christoph konnte aber die Kommunikationsprobleme perfekt überbrücken: »Ou est l'hotel St. Gereon?«

Der nächste Morgen sah die 15-köpfige Radfahrer-Schlange auf dem Bahnradweg, der den Vennbahn- mit dem Kylltalradweg verbindet. Der gefiel uns besonders, denn wir fuhren im permanenten Gefälle, überquerten die Wasserscheide zwischen Maas und Rhein, außerdem wieder die belgisch-deutsche Grenze und mehrere Male die Ländergrenzen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Wir erlebten eine vielfältige, abwechslungsreiche Region, mit fließenden kulturellen Übergängen und gottseidank ohne Grenzbarrieren – so ist unser Europa wunderschön.

In Jünkerath-Glaadt wurde in einer Pension mit Hütten-Charme übernachtet. Das Wirtsehepaar hatte sich hier ihren Traum einer Herberge am Radwanderweg verwirklicht. Vier unserer Damen hatten sich schon vor der Fahrt bereiterklärt, in einem ›Lager‹ gemeinsam zu schlafen. Die familiäre Atmosphäre und eine tolle Bewirtung führten zu einer langen, fröhlichen Nacht.

19-Eifeltour Ruine Kloster Marienthal20-Eifeltour Brücke v Remagen MuseumDen folgenden Tag radelten wir zunächst am Kyll-Radweg entlang, der hinunter zur Mosel führt. Bei Bolsdorf verließen wir diese Route und bogen auf den Kalkeifel-Radweg ab in Richtung Ahrtal, ebenfalls in großen Abschnitten eine ehemalige Bahntrasse. Hillesheim, die Nohner Mühle und in der Nähe der einzige Wasserfall in der Eifel waren unsere Haltepunkte.

Der letzte Radeltag führte uns über den Ahrtal-Radweg an den Rhein, wobei uns das obere Ahrtal am besten gefiel. Im unteren Tal ging es am Fluss und zwischen den Weinbergen entlang. Die nach der langen Trockenperiode schon früh gereiften blauen Trauben verführten zum Naschen. Im Schatten der grauen Mauer der Klosterruine Marienthal erholten wir uns bei Traubensaft und Flammkuchen von der Hitze dieses Tages. Die Altstadt von Ahrweiler war ebenfalls eine längere Pause wert, bevor wir am Nachmittag direkt bei Remagen-Kripp an den Rhein rollten.

Am letzten Tag der Reise war vor der Rückfahrt mit der Bahn noch viel Zeit, in der wir der Gedenkstätte der Brücke von Remagen einen Besuch abstatteten. Das aus einer privaten Initiative des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt entstandene Museum in den Westtürmen der Ruine entlässt kaum einen Besucher unbeeindruckt.

Peter Tischer

 

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