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Wanderwochenende

Bericht über das Wattwanderwochenende vom 17. bis 19. Juni 2016

Mit der Fährüberfahrt am Freitag-Vormittag des 17. Juni vom Hafen Strucklahnungshörn auf Nordstrand nach Pellworm starteten wir erwartungsfroh in ein Wattwander-Wochenende. Gleich nach der Ankunft in Tammensiel, dem Hauptort auf Pellworm, bekamen die Wanderer Fahrräder verpasst, das wichtigste Fortbewegungsmittel auf der doch recht weitläufigen Insel. Ein langer Tross von 23 Fahrrädern rollte etwa 6 km zu unserem Hotel am Anleger zur Hooger Fähre.

Pellworm-P1140074Wegen des späten Niedrigwassers begann es erst am späten Nachmittag mit der geführten Wanderung von der Abgangsstelle am südlichen Ufer Pellworms zur Hallig Süderoog und zurück, eine Wattwanderstrecke mit hohem Schwierigkeitsgrad. Viele Schlammabschnitte und Schlicklöcher, in die man teilweise tief einsackte, einige Priele mit erheblicher Wassertiefe und gelegentlich rutschige Wegabschnitte machten die Wanderung insgesamt recht anstrengend. Angereichert durch viele weitere Teilnehmer schwoll unsere Gruppe auf über 50 Wattwanderer an. Der Aufenthalt auf Süderoog war ohnehin nur für einen kleinen Imbiss recht knapp bemessen, weil der Rückweg nach Pellworm – ebenfalls wie der Hinweg – mit gut zwei Stunden noch zu bewältigen war. Die Reinigungsstelle auf Pellworm war gut frequentiert, teilweise war der Schlick bis zur Hüfte abzuspülen – begleitet von Scherzen und freudigen Gesichtern wegen des vollbrachten Abenteuers. Mit der Rückkehr gegen 21 Uhr zu unserem Hotel per Fahrrad endete dieser erste Tag auf der Insel.

Pellworm-P1140102Pellworm-P1140091Pellworm-P1140095Pellworm-P1140146Pellworm-P1140307Am Sonnabend stand zunächst eine ausführliche Fahrradtour über die Insel auf dem Programm. Vorbei ging es an äußerst gepflegten Anwesen mit wundervollen Rosenstöcken zu den besonderen Bauwerken, den Kirchen und dem Leuchtturm. Die Neue Kirche St. Crucis stammt aus dem 17. Jahrhundert, ist aber im 19. Jhdt. weitgehend umgestaltet worden. Der Ursprung der Alten Kirche St. Salvator liegt im 11. Jahrhundert. Als besonderes Juwel besitzt die Kirche seit 1711 eine Arp-Schnitger-Orgel. Als weithin sichtbares Kennzeichen ragt die markante Turmruine in die Höhe. Der Turm ist 1611 zusammengestürzt. Der Leuchtturm ist ein technisches Bauwerk der Neuzeit. Er wurde 1907 erbaut.

Pellworm-P1140149Pellworm-P1140268Der zweite Tag wurde beendet mit einer Schifffahrt nach Norderoogsand und zu den Seehundsbänken. Norderoogsand gehört mit dem Japsand und Süderoogsand zu den Außensänden des Wattenmeers. Das sind Sandbänke, die bei normalem Hochwasser nicht mehr überspült werden.

Pellworm-P1140153Pellworm-P1140189Pellworm-P1140283Die Fahrt in dem kleinen Kutter führte an den Seehundsbänken vorbei. In ca. 100 m Entfernung lagerten um die 300 Seehunde und Kegelrobben. Ein wirklich einmaliges Erlebnis, diesen Meeressäugern so nah zu sein! Der Aus- und Einstieg auf Norderoogsand erfolgte über eine Holzleiter. Unter sehr sachkundiger Führung machten wir einen ausführlichen Spaziergang über den Sand und liefen über Schalen verschiedenster Muschelarten, wobei auch intensiv nach Bernstein Ausschau gehalten wurde. Unsere Suche wurde leider nicht mit einem Fund belohnt.

Besonders beeindruckend war die Begegnung mit kleinen Heulern, die wir natürlich nur aus respektvoller Entfernung betrachten durften. Unser Führer nannte als Alter dieser putzigen Tierchen drei bis vier Tage.

Dieses Wochenende am und im Nationalpark Wattenmeer, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, war für alle ein Erlebnis der besonderen Art!

Hans-Jürgen Sund

 

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